Groß war schon die Vorfreude, als einige Wochen vorher bekannt gegeben wurde, dass Bezirksapostelhelfer Martin Rheinberger uns in Rosenheim noch im alten Jahr, am Mittwoch, 10. Dezember 2025, besucht und Gottesdienst mit uns feiert. Dazu waren auch die Gemeinden Bad Aibling und Prien eingeladen. Übertragen wurde der Gottesdienst nach Bad Reichenhall, Töging und Trostberg, so dass ihn alle Geschwister aus dem Bezirk Rosenheim miterleben konnten.
Apostel Rheinberger verwandte das Bibelwort aus Genesis 24, 58:
„Und sie riefen Rebekka und sprachen zu ihr: Willst du mit diesem Manne ziehen? Sie antwortete: Ja, ich will es.“
Nach dem Chorvortrag „Machet die Tore weit“ nahm er darauf Bezug und sprach gleich an, dass Jesus, weil er ganz demütig ist, auch durch unsere kleine, unscheinbare Herzenstüre hindurchkommt – da brauchen wir uns keine Sorgen zu machen. Das hat uns gleich sehr tief angesprochen.
Danach sprach er die Trauerfälle in unserer Gemeinde an und wies auf das Geschehen hin, als die Witwe mit ihrem toten Sohn aus Nain zum Begräbnis ging. Es heißt von Jesus, dass es ihn jammerte. Er hatte Mitleid. Wir haben auch Mitleid, gehen an der Trauer nicht vorbei. Und jeder kann dann das Mitleid auf seine jeweilige Art zeigen, da sind wir völlig unterschiedlich.
Dann erinnerte er uns an die biblische Geschichte um den Knecht Abrahams, der für seinen Sohn Isaak in seiner Heimat eine Frau suchen sollte. Er bat Gott um ein Zeichen, dass Rebekka erfüllte, in dem sie auch die Kamele tränkte, wo er sie doch nur selbst um etwas zu trinken gebeten hatte.
Was war nun das Zeichen? Nicht, dass sie einfach nur mehr tat. Apostel Rheinberger wandte sich den anwesenden Bezirks- und Gemeindevorstehern zu – sollen sie noch mehr tun? Nein, das Zeichen der Rebekka war, dass sie diente. Sie hörte, was noch gar nicht gesagt war, wie Apostel Sargant in seinem Predigtbeitrag erwähnte. Wir wollen auch nicht nur einfach mitarbeiten, möglicherweise zu unseren persönlichen Bedingungen, sondern wir möchten dienen, dem Herrn, in seinem Werk und dem Nächsten.
Das Bibelwort zeigt den Entschluss Rebekkas, die Verwandten und die Heimat zu verlassen und mit dem Knecht Abrahams zu ziehen. Es gehörte viel Vertrauen dazu, sich mit ihm auf den langen Weg zu machen. Auch wir sind auf einem langen Weg und vertrauen uns der Führung des Heiligen Geistes an, auch wenn wir vielleicht nicht alles immer sofort verstehen.
Auf unserem langen Weg gilt es auch nach der Lehre Jesu Christi Böses mit Gutem zu vergelten. Das ist oft nicht leicht, aber unser Ziel. Ebenso gehört es für uns dazu, immer wieder zu vergeben, nicht nur, wenn die andere Seite – endlich 😉 – ihren vermeintlichen Fehler eingesehen hat, nein, möglichst immer wieder.
Vor der Feier des Heiligen Abendmahls legte der Bezirksapostelhelfer uns ans Herz, doch vorher „von unserem Kamel herunterzusteigen“ – wir wissen sehr gut, was damit gemeint ist.
So konnten wir viele wertvolle Impulse aus dem Gottesdienst mitnehmen.
Aber Bezirksapostelhelfer Rheinberger sowie Apostel Sargant und Bischof Hepp blieben noch lange in der Kirche, um sich mit vielen Geschwistern bei Gebäck und Getränken zu unterhalten. Das war ein sehr schöner Ausklang dieses wohltuenden Abends. So nahmen wir viel Freude und Kraft mit in unseren jeweiligen Alltag.
Bericht: Doris und Rüdiger Boll, Fotos: Harald Löser