Ein besonderer Höhepunkt für die Gemeinde Prien am Chiemsee war der Besuch von Bezirksapostel Michael Ehrich am 11. Juni 2026. Eingeladen waren auch die Glaubensgeschwister aus den Gemeinden Bad Aibling, Rosenheim und Trostberg. Der Gottesdienst wurde zudem nach Töging und Bad Reichenhall übertragen.
Der Besuch war für die Gemeinde ein besonderes Ereignis, denn zuletzt hatte im Jahr 1994 mit Bezirksapostel Karl Kühnle ein Bezirksapostel in Prien am Chiemsee Gottesdienst gefeiert. Entsprechend groß war die Freude über dieses besondere Ereignis.
Dem Gottesdienst lag das Bibelwort aus Psalm 14,2 zugrunde:
„Der Herr schaut vom Himmel auf die Menschenkinder, dass er sehe, ob jemand klug sei und nach Gott frage.“
In seiner Predigt betonte der Bezirksapostel die Bedeutung des Gottesdienstes als wichtige Auszeit vom Alltag. Diese Zeit helfe dabei, sich immer wieder neu auf das Glaubensziel auszurichten und die Gemeinschaft mit Gott zu pflegen. Klugheit zeige sich darin, nach Gott zu fragen und sein Handeln an dessen Willen auszurichten.
Anhand verschiedener Beispiele aus der Heiligen Schrift verdeutlichte er, wie wichtig diese Grundhaltung ist. Die ersten Menschen hätten sich von der Versuchung verleiten lassen, ohne nach Gott zu fragen. Auch beim Turmbau zu Babel habe die Selbstüberschätzung des Menschen dazu geführt, dass Gottes Wille außer Acht gelassen wurde. Das Gleichnis vom reichen Kornbauern zeige zudem, wie gefährlich es sei, das Irdische zum Mittelpunkt des Lebens zu machen und Gott dabei aus dem Blick zu verlieren. Schließlich erinnerte der Bezirksapostel an die zehn Aussätzigen, von denen nur einer zurückkehrte, um dem Herrn zu danken. Daraus werde deutlich, wie wichtig Dankbarkeit gegenüber Gott vorhanden sei.
Ein weiterer Schwerpunkt war der Umgang mit Versuchungen und Selbstüberschätzung. Der Mensch neige von Beginn an dazu, eigene Wege zu gehen und sich auf die eigene Kraft zu verlassen. Umso wichtiger sei es, Versuchungen bewusst zu meiden und in allen Entscheidungen nach Gottes Willen zu fragen. Aus bestandenen Prüfungen könne Gutes erwachsen, das den Glauben stärke und reifen lasse.
Im Predigtbeitrag griff Bischof Paul Hepp den Gedanken des Gehorsams gegenüber Gott auf. Anhand des Beispiels von König Saul machte er deutlich, dass Gott nicht in erster Linie Opfer oder äußere Leistungen erwartet, sondern ein Herz, das bereit ist, auf sein Wort zu hören und danach zu handeln. So werde sichtbar, dass Gehorsam gegenüber Gott wichtiger ist.
Die Gottesdienstteilnehmer erlebten einen segensreichen Abend mit tiefgehenden Impulsen für den Glaubensalltag. Die zentrale Botschaft lautete, in allen Lebenslagen nach Gott und seinem Willen zu fragen. Dafür waren die Anwesenden dankbar – ebenso für die Gemeinschaft und den besonderen Besuch des Bezirksapostels so kurz vor seinem Ruhestand.
Bericht und Fotos: Rita Sandig