Der erste Samstag im August ist für den ökumenischen Berggottesdienst Rosenheim vorgesehen. So fand dieses besondere Ereignis nun am Samstag, 2. August 2025, um 12:00 h statt und zwar dieses Mal in der Klosterkirche Maria Eck. Das ist so ein günstiger und schöner Ort, dass wir wohl nicht das letzte Mal dort gewesen sind.
Bei gutem Wetter war es eigentlich am Freialtar vorgesehen, aber aufgrund des Regenwetters wurde die prachtvolle Klosterkirche genutzt. Gut, dass Maria Eck nicht nur zu Fuß erreicht, sondern auch mit dem Auto angefahren werden kann.
Es nahmen teil
Es entstand eine feierliche, vom gemeinsamen Glauben an Jesus Christus geprägte, wohltuende Atmosphäre. Schon die einleitende Bibellesung über das Gespräch Jesu mit Martha von Bethanien vor der Auferweckung des Lazarus mit der eindringlichen Frage Christi „Glaubst du das?“ (Johannes 11, 26) leitete auf das Thema hin.
Umrahmt wurde der Gottesdienst von einem Bläserensemble und einem spontan zusammengestellten Chor, die vor dem Gottesdienst probten und ihre Musikstücke nachher in gelungener Weise vortrugen.
Die Predigt hielt der Vikar der lutherisch-evangelischen Gemeinde Maximilian von Seckendorff, der zu Beginn ein schönes Bild für die Ökumene darbot: So wie das weiße Sonnenlicht durch ein Prisma in die verschiedenen Spektralfarben zerlegt wird, geht das göttliche Licht von Jesus Christus aus. Das ist entscheidend für die gesamte Kirche, die in den einzelnen Gemeinschaften sich in unterschiedlichen Farben zeigen. Er erwähnte auch, dass in Nepal an jeder christlichen Kirche die Bezeichnung „Kirche Jesu Christi“ steht, ungeachtet, welcher Konfession sie angehört.
Er erläuterte uns dann das alte Glaubensbekenntnis von Nizäa, auf dem wir uns gemeinsam gründen. Wir haben es anschließend alle miteinander gesprochen.
Dem Glauben der Martha wurde die zweifelnden, fragenden Gedanken des Jüngers Thomas gegenübergestellt, in denen wir uns ja auch oft wiederfinden. Aber in der Hinwendung zu Gott mit offenen Händen und der Bitte um Glauben sowie in der sich gegenseitig stärkenden Gemeinschaft der Christen können wir immer wieder zum Glauben finden und ihn uns stärken lassen. Das wurde durch das allseits bekannte, vom Chor vorgetragene Lied unterstrichen: „Wo zwei oder drei in meinem Namen versammelt sind, da will ich mitten unter ihnen sein.“
Schließlich wurde der Blick auch noch mit der Lesung von 1. Petrus 1, 3 – 9 in die verheißene Zukunft gelenkt, auf unser „unvergängliches Erbe“.
Den Schlusspunkt setzte das Gebet „Vater unser“, bei dem sich die vier Geistlichen der Konfessionen, die den Berggottesdienst gemeinsam gestaltet haben, miteinander an den Händen hielten – ein schönes Zeichen der Ökumene.
In der Klosterwirtschaft nebenan gab es dann noch einen angeregten Gedankenaustausch über Gemeinsamkeiten und Verschiedenheiten, über gemeinsame Herausforderungen und unterschiedliche Herangehensweisen und über den einen Jesus Christus, unser Licht und Leben.
Bericht und Fotos: Rüdiger Boll